Das Spiel «Der goldene Ball» ist die deutsche Version des 1972 von Medhananda kreierten englischen «Eternity Game»ein Meditationsspiel mit 64 Symbolkarten (jede eine Seelenkraft, einen Wesensaspekt, eine transformierende Kraft, ein ontologisches oder universelles Prinzip darstellend). Zum Spiel gehört ein Büchlein mit Spiel-Einführung und -Anleitung und Erläuterungen zu den 64 Symbolbildern. Dieses Spiel hat so viel begeisterten Anklang gefunden, dass 1978 eine erweiterte deutsche Ausgabe (im Verlag Mirananda-Verlag in Wassenaar, Holland) realisiert wurde: Yvonne Artaud malte 64 neuartige Kartenbilder (die aber weiterhin die gleiche Symbolik beinhalten), Medhananda trug mit weiteren Mythen- und Märchenbildern aus den verschiedensten Kulturen zur Vertiefung und Erhellung seiner Erläuterungen der 64 Symbole bei, und Theodora Karnasch ordnete und verknüpfte mit Medhananda zusammen das reichhaltige Material und gestaltete die neuen Texte.

Heilende Symbole in Bild und Wort

Die 64 quadratischen Symbol-Karten werden mit der Rückseite nach oben ausgebreitet und beim Durchmischen alle sanft berührt. In meditativem Zustand stellt man eine Frage an das Spiel, z. B. «Welche Kraft kann ich heute rufen und um Unterstützung bei meiner Aufgabe bitten?» Nun versucht man zu spüren/wahrzunehmen, welche Karte auf die Frage sozusagen in Resonanz tritt und ‘zu einem kommen will’ und deckt sie auf. Es erscheint ein Symbolbild, dem wir nun einen Hinweis auf unsere Frage entnehmen können. Das kann z. B. eine Seelenkraft, ein Wesensaspekt in uns, ein universelles Prinzip, eine Transformationsmacht sein – lauter Kräfte und Energien, deren wir uns gewahr werden können, und die unser Bewusstsein vertiefen, verändern, intensivieren wollen. In dem zum Spiel gehörenden Büchlein können wir über das aufgedeckte Symbolbild und dessen vier es ergänzenden Worte an den Seitenrändern der Karten die entsprechenden Erläuterungen von Medhananda lesen und uns so in die Kraft, welche die Karte darstellt, vertiefen, sie rufen, sie im Alltag üben und zu verwirklichen versuchen.

«Der goldene Ball» lädt uns ein, mit unserem eigenen goldenen Ball des Bewusstseins zu spielen, ihn in die Höhe zu werfen, und wenn er – wie im Märchen vom Froschkönig – in die Tiefe fällt, ihn erneut in die Höhe zu werfen. Medhananda nennt es »Yoga des Spielens»; spielerisch üben, sich in allen Lebenssituationen psychologisch leicht zu machen, die Schwere und den strengen Ernst des Egos umzuwandeln, sich seinen verschiedenen Wesensaspekten liebevoll zuzuwenden und versuchen, sie alle in sich zu integrieren und zu transformieren.

3b (mit Beispielen von Kartenbildern)

Jede Karte ein Kraftfeld 

Über dem Symbolbild einer Karte steht jeweils eine Zahl und der Name der Kraft, die sie symbolisiert, unter ihr ist ihr ‘Sitz’, ihr psychologisches ‘Haus’: Beide Aspekte stehen oft in polarer Beziehung zueinander, bilden ein Spannungsfeld. Jede ist immer die Ergänzung des anderen oder dessen Urgrund.

Zur Linken des Symbolbildes wird der ‘Weg’ genannt, der uns zu der Kraft führt,

und zur Rechten finden wir die ‘Gabe’, die am Ende des Weges im Haus des Kraftfeldes auf uns wartet.

Beispiel I, die 1. Karte: das EINE

Das EINE (das Ungeteilte, Absolute, Göttliche) wohnt im Hause der VIELEN (der Vielheit, der Mannigfaltigkeit unserer Welt). Der ‘Weg’ zum ‘Einen’ führt über das kleine Ich hinaus, es bedeutet, alle Begrenzungen zu überschreiten, sich mit allem zu identifizieren und so in die TRANSZENDENZ zu gehen. Durch diesen Weg (diese Übung) wird uns die ‘Gabe’ gegeben, das ‘Eine’ in allem, dem wir begegnen, als innewohnend, als IMMANENZ zu erkennen und wahrzunehmen, dass es nichts gibt, das nicht ‘Es’ wäre –, ja, dass auch wir selbst ‘Es’ sind. Wir können uns selbst in allen und alle in uns sehen.

Beispiel II, die 47. Karte: der HUMOR

Der HUMOR gehört zu den psychologischen Helfern auf dem langen Weg unserer Entwicklung und er wohnt im ‘Hause’ der HEITERKEIT. Er hilft uns, die zeitweilige Niedergeschlagenheit über die Unvollkommenheiten der Welt und uns selbst mit OPTIMISMUS wegzulachen und die dunkle Atmosphäre um uns aufzuhellen. Das wiederum wirkt anziehend auf die positiven Kräfte; alle Lebewesen fühlen sich wohl in einer heiteren, entspannten Atmosphäre und die ‘Gabe’ ist ERFOLG – auch im Spirituellen, der in einer ichfreien, von psychologischer Leichtigkeit erfüllten Umgebung blühen kann.

Komm, spiel mit dem GOLDENEN BALL, deinem Bewusstsein.

Ich bin ein Meditationsspiel:
Du kannst Dich selbst in mir finden.

Ich bin ein Symbolspiel:
Du kannst die Fülle des Weltalls
in mir treffen in Wort und Bild
und den Kräften begegnen, die das Geschehen
auf der Bühne des Lebens bestimmen.

Ich bin ein Transformationsspiel:
Dein Bewusstsein kann in der Begegnung
mit den Kräften der Transformation
wach, licht und weit werden.

Ich bin ein Ewigkeitsspiel:
Denn ich nehme Dich aus Deinen kleinen
Alltagsbeziehungen heraus und stelle
Dein Bewusstsein in die Beziehung zu
Ewigkeit und Unendlichkeit; deiner Heimat.

Ich bin ein Orakelspiel:
Du kannst mich nach den Beziehungen
zwischen Menschen und Kräften fragen
oder nach Deiner Bestimmung.

Ich bin ein YOGA des SPIELS:
Ein Weg, der Dich zum Bewusstsein der
Einheit führen kann und zur Freude am
Versteckspiel des Göttlichen mit seiner Welt.

Alles ist Spiel
Komm, spiel mit mir.

ALLES ist SPIEL
Komm, spiel mit mir, komm und spiel mit Dir; 
Du bist das Ganze, das alles enthält, bist Mikrokosmos.
Du bist das Ziel: Das Eine, das Selbst;
Du bist der Pfeil: Der Weg, der von Außen nach Innen führt;
Du bist der Bogen: Das Leben, 
die flammende Sehnsucht, die nichts als das Eine will.
Du bist das Eine, das Ganze, das alles enthält 
und in das alles eingeht. 
Du bist Bewusstsein, bist der goldene Ball, 
und du bist das Spiel, bist das Abenteuer des Lebens, 
das du selbst dir ausgewählt hast in einem Universum, 
das sich entwickelt, deshalb auch nicht vollkommen ist.